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Erntedank – oder auch – dem heimlichen Freund danken 2015

Wort zum Erntedankfest

In einem Buch hat ein Mann von einem ganz besonderen Spiel erzählt - es hieß: Mein heimlicher Freund. Dafür mussten alle Spielteilnehmer ihren Namen auf einen Zettel schreiben und in einen Korb legen. Und dann durfte jeder einen Namen ziehen, nur den eigenen nicht. Aufgabe war es nun, in den nächsten Tagen und Wochen dieser Person, die auf dem Zettel stand etwas Gutes zu tun, eine kleine Freude zu machen, eben ein heimlicher Freund zu sein.

Nach der abgemachten Zeit traf man sich wieder und jeder durfte raten, wer es wohl war, der die Blume auf den Schreibtisch gestellt oder den Müll gelehrt oder den Zettel an die Windschutzscheibe geklebt hatte mit der Aufschrift: Schön, dass es dich gibt.

Aber das wirklich besondere war, dass die Spielteilnehmer während der Spielzeit immer in Erwartung lebten, dass etwas Schönes passieren kann und dass einer es gut mit einem meint.

Ein bisschen hat mich dieses Spiel an Erntedank erinnert. An Erntedank feiern wir den heimlichen Freund Gott. Wir feiern den Freund Gott, der es gut mit uns meint und uns viel Schönes und Überraschendes im Leben schenkt. Nur ich übersehe diesen Freund ganz oft. Der Freund Gott, er drängt sich nicht auf, oft wirkt sein segensreiches Tun auf mich ganz selbstverständlich und nicht der Rede wert, oft wirkt Gott eben wie ein heimlicher Freund, der mir was Gutes tut und ich gar nicht weiß, dass er es ist oder es ihn überhaupt gibt.

Aber gerade das scheint mir wichtig an Erntedank - sich bewusst zu machen, es gibt ihn wirklich, diesen Freund, der sich um mich kümmert, der es so meint, wie es auf dem Zettel stand: Schön, dass es dich gibt. Und der darum mir auch immer wieder mit Freundlichkeit und Freundlichkeiten begegnet und mir somit zeigt: Ich bin an deiner Seite.

Und Freundlichkeit und Freundlichkeiten, die begegnen mir tagtäglich, die Gaben auf dem Altar in der Kirche sind ja nur ein ganz kleiner Bruchteil.

Da sind liebe Menschen, die ich meine Freunde nennen darf, die da sind, wenn ich sie brauche, da sind Kollegen, die die Arbeit bereichern, da ist Musik und Sport, Stille und Albern sein - Momente, die man nicht missen möchte, wo man merkt, es gibt ihn, den Freund, der es gut meint. Und man ist gespannt, wann man ihm wieder begegnen kann.

Warum ihm nicht mal danke sagen in einem Gebet oder im Gottesdienst an Erntedank - Gründe haben wir genug - und die müssen eigentlich nicht heimlich bleiben.

 

Katharina Wolff, Pfarrerin in Haundorf und Laubenzedel

 

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