Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Dekanat Gunzenhausen  |  E-Mail: info@dekanat-gunzenhausen.de  |  Online: http://www.dekanat-gunzenhausen.de

2012.01.30. Schulterschluss mit Kirche in Malaysia

20.01.2012  DB Gun. Malaysia
Dekan Klaus Mendel (rechts), Pfarrerin Susanne Thorwarth und Marion Handrick, Ursula Müller und Brigitte Estel, die über Malaysia, das Gastgeberland des Weltgebetstags 2012, informierten Foto: Kuhn

Schulterschluss mit Kirche in Malaysia

Der Dekanatsbezirk Gunzenhausen strebt noch in diesem Jahr eine neue Partnerschaft an



GUNZENHAUSEN (hk) - Der dies­jährige Weltgebetstag der Frauen steht unter dem Motto „Steht auf für Gerechtigkeit" und hat das asiatische Land Malaysia im Blick. Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) überträgt am Sonntag, 12. Februar, ab 9.30 Uhr den Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche St. Marien. Frauen wer­den dort über Alltagserlebnisse und Ungerechtigkeit, aber auch über Gottvertrauen und den Mut der Frau­en in Malaysia berichten.
Einen Informationsabend zum Gastgeberland Malaysia gestaltete nun der evangelische Dekanatsbezirk gemeinsam mit Frauen aus dem Mis­sionskreis im Dekanat. Dekan Klaus Mendel, der viele Jahre in Singapur und Malaysia tätig war, Ursula Mül­ler (Spalt), Marion Handrick und Brigitte Estel (beide Muhr am See) und Pfarrerin Susanne Thorwart ga­ben den Besuchern umfassende In­formationen über das Leben der Frauen, die christlichen Konfessio­nen und die politischen Besonderhei­ten des Inselstaats in Südostasien, der aus zwei Landesteilen besteht, die durch das Südchinesische Meer getrennt sind.
Der Dekanatsbezirk Gunzenhausen strebt die Partnerschaft mit einer evangelisch-lutherischen Kirche in Malaysia und Singapur an. Gunzen­hausen ist in der Landeskirche Bayern einer der wenigen Dekanatsbezirke, die Dekanatspartnerschaften in ferne oder nähere Länder aufgenommen ha­ben. Ein Grundsatzbeschluss zur Auf­nahme einer Partnerschaft wurde 2009 auf der in Gräfensteinberg statt­gefundenen Dekanatssynode von den Synodalen aller Kirchengemeinden gefasst, schildert Dekan Mendel.
Die Dekanatsmissionsbeauftragten­pfarrer Matthias Knoch (Gräfen­steinberg) und Stefan Schleicher (frü­her Unterasbach) haben intensive Ge­spräche mit Verantwortlichen der Mis­sion „Eine Welt" in Neuendettelsau geführt. Zudem initiierten die beiden Seelsorger Gespräche in den 28 Kir­chengemeinden im Dekanat, um dort einen Missionsbeauftragten im Ehren­amt zu berufen. Gleichzeitig erfolgte die Gründung eines Missionskreises. In einzelnen Diskussionsrunden und wei­terführenden Gesprächen hat man sich für die Aufnahme einer Dekanatspa­tenschaft zum Distrikt „Selangor", der zum Bundesdistrikt Kuala Lumpur ge­hört, entschieden.
Es hat sich bereits eine enge Bezie­hung zum Distrikt Selangor herausge­bildet, dem 9000 Gemeindeglieder in 52 Gemeinden angehören. Die Gläubi­gen werden von 44 Pfarrern und zwölf Diakonen betreut. Bischof ist Phillip Lok Oi Peng, der während eines Deutschlandbesuchs schon zweimal als Gast im Dekanatsbezirk weilte (wir berichteten). Der Dekan äußerte die Hoffnung, dass der gemeinsam mit der Mission „Eine Welt" ausgearbeitete Partnerschaftsvertrag noch in diesem Jahr unterzeichnet wird.
Unter dem Thema „10000 Kilometer entfernt und doch so nah" berichteten Marion Handrick und Ursula Müller über ihre Gespräche ,Begegnungen und Erlebnisse in Malaysia. Sie reisten im vergangenen Jahr mit Brigitte Estel und weiteren Frauen aus Bayern auf Einladung von Mission „Eine Welt" Neuendettelsau dorthin, um den Welt­gebetstag 2012 vorzubereiten. Eine Ansprechpartnerin war Shakuntala Abraham, die gemeinsam mit anderen Frauen die Ordnung für den Weltgebet­stag ausgearbeitet hat. Die malaysi­sche Gesprächspartnerin kommt heuer nach Deutschland und wird am 5. Mai die beiden Kirchengemeinden Absberg und Spalt besuchen.
Aus den beiden Referaten konnte man entnehmen, dass Frauen und Mädchen in dem Inselstaat bei ihrem Auftreten in Familie, im gesellschaft­lichen und kulturellen Leben große Probleme haben. Deshalb erscheint es wichtig, dass sich christliche Kirchen in die Frauenarbeit einbringen. Sehr beeindruckend waren die Gespräche in den Einrichtungen von „Young women's christian association" in Ku­ala Lumpur, wo Frauen und Mädchen aller Konfessionen in den verschie­densten Berufen ausgebildet werden. Eine wichtige Aufgabe besteht darin, Kinder im schulischen Bereich auf ih­ren weiteren Lebensweg vorzuberei­ten.
In den letzten beiden Jahren hat es zwischen Muslimen und Christen Auseinandersetzungen gegeben. Kir­chen und ihre Einrichtungen wurden in Brand gesetzt, Frauen und Männer, die das Wort „Gott" in den Mund nah­men, wanderten in Gefängnisse. Die Regierung lehnt zwar religiösen Fana­tismus energisch ab, unternimmt aber viel, damit Malaysia als muslimisches Land gilt. Kein Wunder, dass die in Malaysia lebenden Christen große Sorgen, haben, wie es weitergeht.
Im Verlauf der Vorträge wurden Bil­der eingeblendet, die Einblick in das Leben, die Kultur der Menschen in Malaysia und in die Einrichtungen der lutherischen Kirche gaben.

 

Quelle: Altmühl-Bote, 30.01.2012

Horst Kuhn

Öffentlichkeitsreferent

drucken nach oben